Historie des Feld Club Tölz e.V.
Den Ursprung der Tölzer Bogenschützentradition bildet der Wunsch der
amerikanischen Besatzungssoldaten, auch in Bayern den Bogensport zu
betreiben. Sie errichteten auf dem Standortschießplatz der Tölzer
Flintkaserne einen Feldkurs mit 28 Scheiben und wendeten sich an den in der
Tölzer Pionier-Faltbootwerft tätigen Schweizer Ingenieur Emanuel Schucan mit
der Frage, ob er für sie Bögen herstellen könne. Binnen kurzem wurden die
Wünsche der Amerikaner erfüllt und zugleich das Interesse des deutschen
Bogenbauers an diesem Sport geweckt.
Bald gab es weitere einheimische Interessenten, die mit dem Bogenschießen
anfingen. Am 19. Juni 1964 wurde schließlich von Emanuel Schucan der „Tölzer
Bogenschützen Club" gegründet. Zusammen mit den Amerikanern wurden Turniere
nach amerikanischen Regeln geschossen, im Winter konnten in der Kaserne (im
Keller unter dem Kino) Übungsschießen abgehalten werden. Im Gründungsjahr
des Vereins richtete der amerikanische Rod & Gun Club auf dem Tölzer Kurs
erstmalig eine Europameisterschaft aus, die das Tölzer Gründungsmitglied
Leonhard Maier für sich entscheiden konnte. Auch die Mannschaftswertung
konnte von dem Tölzer Josef Meier zusammen mit den beiden Amerikanern Rex
Droit und Joe Lisi gewonnen werden.
Später kam im Club auch Interesse am Schießen nach FITA-Regeln (Federation
International de Tir a LÁrc) auf. Man fand ein geeignetes Gelände auf der
Haunleiten in der Gemeinde Wackersberg-Oberfischbach. 1977 wurde vom Verein
ein 28-Scheiben Jagd- und Feldkurs aufgebaut auf dem Gelände des
Schießplatzes der US-Army bei Sachsenkam. Der Verein wuchs und nannte sich
fortan Feld Club Tölz – Bogenschützen im Isartal. Damit wurde Bezug genommen
auf die verschiedenen Herkunftsorte der neuen Mitglieder.
1977 verschärfte die US-Army wegen der deutschen Terroristenangriffe die
Sicherheitsbestimmungen, damit gab es für die Bogenschützen keinen Zugang zu
den Schießgeländne mehr. Nach längerer Suche wurde ein neuer Feldkurs in
Wackersberg-Steinbach mit 10 Scheiben eingerichtet, der 1984 zugunsten eines
14-Scheiben-Kurses in Gaißach-Mühl aufgegeben wurde.
1985 wurde Dionys Bichlmayr im Feldbogenschießen in der Blankbogenklasse
bayerischer und deutscher Meister.
1991 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen als „Feld Club Tölz
e.V."
1992 wurde die Haunleiten aufgegeben zugunsten eines neuen Geländes auf
dem Standortübungsplatz Sachsenkam.
1997 bis 2006 hatte der Verein eine eigene Hallentrainingsmöglichkeit im
Sportgebäude der vormaligen Flint-Kaserne (später: Am Sportpark 3). Zuvor
gab es in verschiedenen Sporthallen eine Trainingsmöglichkeit einmal pro
Woche.
Ab Herbst 2006 hat der Verein wieder eine eigene Trainingshalle in der
Lettenholzschule.
Ein besonderes Wort gilt es noch Emanuel Schucan zu widmen, dem
Ehrenvorsitzenden der Tölzer Bogenschützen. Nicht genug damit, dass er als
erster Bogenschütze in Tölz aktiv wurde, er war auch seit Gründung des Clubs
1. Vorsitzender, Promoter und Organisator der verschiedenen Übungsplätze und
zudem ein vorzüglicher Bogenschütze, der seine Sportgeräte selbst baute und
innovativ ausstattete. Angesichts seiner besonderen Verdienste wurde Emanuel
Schucan nach seinem Rücktritt als 1. Vorsitzender zum einzigen
Ehrenvorsitzenden ernannt. Er war bis zuletzt ein aktiver Schütze und ein
geschätzter und wertvoller Ratgeber. Am 22. Januar 1999 hat er uns für immer
verlassen. Wir trauern um ihn und werden stets ehrend seiner gedenken.